Geld ins Ausland schicken: Was sind die zu erwartenden Kosten?

Geld ins Ausland zu überweisen wollen kann schnell kompliziert werden. Denn: Für Überweisungen in andere Länder fallen oft hohe Gebühren an. Mit welchen Kosten Sie als Unternehmer rechnen müssen, hängt von einigen Faktoren ab. Das Überweisungsverfahren, das Herkunftsland sowie der gewählte Dienstleister spielen dabei die größten Rollen. Im folgenden Artikel möchten wir Sie darüber informieren, welche Optionen Ihnen beim Geldtransfer ins Ausland offen stehen und mit welchen Gebühren Sie rechnen müssen.

Geld überweisen mit der Bank

Der klassische Weg, um Geld in andere Länder zu schicken, führt über die Bank. Dabei gibt es sogar Varianten, die völlig gebührenfrei sind.

Kostenloser Geldtransfer dank SEPA

Für Überweisungen ins Ausland steht seit 2014 das einheitliche SEPA-Zahlungsverfahren in Europa zur Verfügung. Innerhalb der EU können Sie damit bei jeder Bank kostenlos Geld versenden. Zumindest gilt dies bis zu einer Summe von 50.000 EURO. Voraussetzung für die gebührenfreie Auslandsüberweisung ist, dass sowohl Sender als auch Empfänger ein Bankkonto bei einem Finanzinstitut innerhalb der EU besitzen.

Wo ist der Haken?

Auch beim SEPA-Verfahren fallen unter Umständen Gebühren an. Übersteigt der zu überweisende Betrag die 50.000 EURO Grenze oder handelt es sich beim Geld um Fremdwährung, erheben die Banken oft individuelle Gebühren. Je nach Finanzinstitut müssen Sie auch bei fehlerhaften Überweisungsscheinen mit geringfügigen Kosten für den erhöhten Verwaltungsaufwand rechnen.

Zusätzliche Kosten auf einen Blick

Meldepflicht für Auslandsüberweisungen:



Ein eher indirekter Kostenfaktor ist die Meldepflicht bei Auslandsüberweisungen ab einer Höhe von 12.500 EURO. Die Meldung per Online-Formular der Bundesbank selbst ist kostenfrei, vergessen Sie diesen Schritt jedoch, kommt in der Regel ein Bußgeld auf Sie zu.



Überweisungen außerhalb der EU: Möchten Sie Ihr Geld außerhalb des EU-Zahlungsraums versenden, hilft Ihnen SEPA nicht mehr weiter. Hier kommt wiederum das SWIFT-Verfahren zum Einsatz, welches allerdings Gebühren erhebt. Die Höhe der Gebühren hängt von Ihrem Kreditinstitut ab und sollten im Vorfeld vereinbart werden. In der Regel behalten Banken für SWIFT-Überweisungen fünf bis zehn Prozent der Überweisungssumme als Gebühr ein.



Überweisungen mit Fremdwährung: Überweisen Sie Geld nicht in EURO, kann dies Ihre Bank als Devisengeschäft deuten und entsprechende Gebühren erheben. Sprechen Sie also bestenfalls vorher ab, wie Überweisungen in Fremdwährung in Ihrer Bank gehandhabt werden.



Kosten durch den Wechselkurs: Ein weiterer, wichtiger Kostenfaktor bei Überweisungen mit Fremdwährungen, ist der Wechselkurs. Die meisten Banken orientieren sich zwar am aktuellen, unabhängigen Wechselkurs, verlangen aber eine sogenannte Courtage – ein Entgelt für den Währungstausch. Wie viel Sie genau zahlen hängt von der Höhe der Überweisungssumme, dem Zielland und der gewählten Bank ab.

Wer trägt die Kosten?

Was viele Unternehmer, die zum ersten Mal ins Ausland überweisen, nicht wissen: Nicht immer müssen Sie die Kosten für den Geldtransfer alleine stemmen. Vor der Überweisung können Sie zwischen drei Optionen wählen:

  • BEN (Benificiary pays costs): Der Empfänger trägt die vollen Gebühren der Auslandsüberweisung.
  • SHARE (Shared costs): Sender und Empfänger teilen sich die anfallenden Kosten. Jeder übernimmt nur die Gebühren, die bei seinem eigenen Geldinstitut anfallen.
  • OUR (Sender pays costs): Der Überweisende übernimmt sämtliche Kosten des Geldtransfers.

Überweisen mit Online Services

Seit neuestem gibt es eine wesentlich günstigere Variante zu SEPA-Überweisungen: Geldtransfer über sogenannte Fintechs. Die Überweisungen finden online statt und Sie sparen sich viele Gebühren. Die bekanntesten Unternehmen für Online-Geldtransfer sind TransferWise, Western Union, MoneyGram und auch PayPal. Dank dieser modernen Finanzdienstleister können Sie Geld ganz einfach auf ein Bankkonto überweisen oder direkt an eine Filiale schicken, wo sich der Empfänger das Geld abholen kann.

Vorteile der Online-Dienstleister

Sicherheit: Fintechs legen hohen Wert auf die Sicherheit der Transaktionen. Hier sollten Sie jedoch aufpassen, da sich einige Anbieter Ihre erhöhte Sicherheit in Form von Gebühren bezahlen lassen.



Hohe Geschwindigkeit: Überweisungen gehen in der Regel schneller als bei herkömmlichen Banken. Das Geld kommt oft schon innerhalb weniger Minuten beim Empfänger an.



Kein Konto nötig: Je nach Anbieter benötigen Sie kein Konto, um Geld zu versenden. Manche Dienstleister bietet beispielsweise das Überweisen mit Bargeld an. In den meisten Fällen benötigt auch der Empfänger kein Konto, sondern kann das Geld in der Filiale des Anbieters abheben.

Geldtransfer-Anbieter: Eine Übersicht

  • Moneygram: Mit MoneyGram können Sie Online Geld versenden, ohne ein Konto zu besitzen. Zur Überweisung benötigen Sie eine Kreditkarte oder aber Sie nutzen die Sofortüberweisung. Auf der Website können Sie kostenlos schätzen lassen, welche Gebühren pro Überweisung anfallen.
  • PayPal: Der amerikanische Konzern ist ohne Zweifel einer der größten Finanzdienstleister der Welt. Dank PayPal können Sie in Sekundenschnelle Geld transferieren. Voraussetzung hierfür ist allerdings ein Paypal-Konto oder eine Kreditkarte.
  • TransferWise: Dieses Unternehmen orientiert sich am aktuellen Wechselkurs und überweist Ihr Geld ebenfalls blitzschnell. Auf der Webseite sehen Sie direkt, wie viel Geld beim Empfänger ankommt und welche Gebühren anfallen.
  • Western Union: Auch mit Western Union können Sie Auslandsüberweisungen weltweit tätigen. Hierzu benötigen Sie kein Konto, sondern überweisen ganz einfach Bargeld an einen der vielen Standorte weltweit.

Achtung: Hier sollten Sie aufpassen

Falscheingabe: Längst sind Banken nicht mehr verpflichtet, die Überweisungsdaten des Absenders zu überprüfen. Das heißt, dass Sie selbst für die korrekte Eingabe der Daten verantwortlich sind. Seit der Einführung von IBAN-Nummern können die Empfänger allerdings eindeutig identifiziert werden – eine falsche Eingabe führt zur Fehlermeldung.

Geld zurückholen: Landet eine Überweisung doch mal beim falschen Empfänger, müssen Sie sowohl bei In- als auch Auslandsüberweisungen mit hohen Gebühren rechnen. Bei Auslandsüberweisungen sollten Sie jedoch besonders schnell handeln und Ihr Geld zurückfordern, damit es zurückgebucht werden kann. In manchen Fällen lohnt es sich sogar, die Überweisung erneut zu tätigen, da die Gebühren den überwiesenen Betrag übersteigen.

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